Artenschutz im Steinbruch

Gelbbauchunke, Kreuzkröte und Kammmolch fühlen sich an einigen Ecken im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen noch pudelwohl. Damit das so bleibt werden die Bestände dieser Amphibien und ihre Lebensräume seit mehreren Jahen kartiert, verbessert oder neu angelegt.

Ein wichtiger Lebensraum sind die Steinbrüche im südlichen Landkreis. Dabei können sowohl aktive als auch rekultivierte Brüche überlebenswichtige Strukturen bieten. Allerdings verursacht der laufende Steinbruchbetrieb den Amphibien oft Probleme. So werden zum Beispiel Gewässer oder geeignete Flächen überbaut oder gehen anderweitig verloren.

Auch der Klimawandel macht vor den Lebensräumen in den Steinbrüchen nicht Halt: In den vergangenen Jahren führte die zunehmende Trockenheit dazu, dass die klassischen, relativ kurzlebigen Gewässer in Form von Schadstellen auf Wegen und Reifenspuren zu schnell austrocknen. Obwohl sich zum Beispiel die Kaulquappen der Gelbbauchunke sehr schnell entwickeln war die verfügbare Zeit oftmals zu kurz. Dass diese Entwicklung auch den Steinbruchmitarbeitern nicht verborgen bleibt, zeigt nun die Initiative von Albin Wessel im Werk Gundelsheim der SSG Solnhofen Stone Group: er hat eine praktikable Unkenhilfe entwickelt und umgesetzt.

Hierzu werden Steinbecken, die aus nicht benötigten Blöcken gefertigt werden, an ungenutzten – aber für die Gelbbauchunke geeigneten - Stellen im Steinbruch eingebaut. Dadurch werden zusätzliche Wasserstellen, in denen die Unken und andere Amphibien ablaichen können, geschaffen.
Um diese Möglichkeit weiteren Steinbruchbetreibern näher zu bringen lud nun der Landschaftspflegeverband Mittelfranken, die Untere Naturschutzbehörde und die Gebietsbetreuung für naturnahen Steinabbau zum „Treffpunkt Unkenpfütze“ ein. Bei dem Termin vor Ort wurden nähere Einzelheiten zur Fertigung und zum Einbau der Becken von Claudia Beckstein, Adi Geyer und Albin Wessel erläutert. Es konnten vor Ort sowohl verschiedene Musterblöcke als auch bereits verbaute Becken besichtigt werden.


Die Resonanz der teilnehmenden Steinbruchvertreter war durchweg positiv. Weitere Termine für den „Treffpunkt Unkenpfütze“ sind im Frühjahr 2021 geplant.

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